Nachdem ich in der Bar "Hasard" meinen vorläufig letzten heissen Ingwer/Zitronen-Drink zu mir genommen hatte, ging es um kurz vor 8:00 Uhr mit dem Zug nach Zürich an den Flughafen.
Aus der ruhigen Fahrt wurde nichts, als sich eine Minute nach mir, "La Famille Romande" aus Montreux in mein und das danebenliegende Abteil gesellte.
"Wir gehen unseren Sohn, der in Aarau im Militär ist, besuchen... haben sie auch Militärdienst geleistet?"
So fing es an und wollte nicht mehr aufhören. Die gute Frau neben mir liess sich auch von meinem fiktiven Schlaf nicht aus der Ruhe bringen und rüttelte urplötzlich an mir herum, um auch sogleich mit der nächsten Frage auf mich einzudreschen.
Nach einer Ewigkeit fuhr der Zug dann endlich in Aarau ein und "Les Ch'tis" stiegen aus. Endlich... ich war schon halb platt und hatte doch erst einen kleinen Teil meiner Reise hinter mir.
Trotz Streikandrohung der Lufthansa-Flugbegleiter an diesem Tag, ging alles geschmeidig über die Bühne und schon kurz darauf sass ich in der Maschine von Frankfurt nach Vancouver.
Entgegen vergangener Flugreisen wo ich immer versucht habe wenigstens ein klein wenig zu schlafen, wollte resp. musste ich auf diesem Flug wach bleiben um ein "Experiment" durchzuführen.
Ein paar Tage vor meiner Abreise habe ich von der Methode "Jetlag-Tapping" gehört. (Pressebericht dazu und dem Link zum Anbieter gibt es hier: http://www.pressetext.ch/pte.mc?pte=081015043)
Ich also gleich zu Beginn des Fluges mein Blatt hervor genommen und die Punkte angefangen zu klopfen. Das sieht nicht nur sehr dämlich aus, nein, sondern fällt den Sitznachbaren automatisch und sehr rasch auch auf.
Das wiederum bricht schnell das Eis und so fand während des ganzen Fluges eine interessante Unterhaltung mit Sascha, Brookerin aus Zürich, statt.
Nun ja, ich dann also während 10 Std. einmal die Stunde meine Punkte geklopft (okay, hab es zum drücken umfunktioniert) und bin schlussendlich und erstaunlicherweise putzmunter in Vancouver aus dem Flieger gestiegen. Ädu der mich abholte, staunte ob meiner Verfassung auch nicht schlecht und als ich abends um 22:00 Uhr noch immer nicht wirklich müde war, fing ich langsam an, dem "Getappe" Glauben zu schenken.
Gegen 23:00 Uhr (Ädu wurde müde) machte ich es mir dann auf dem Sofa bequem und schlief zufrieden ein.